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Fledermausschutz
... Batman schläft noch!
Dass „Batman“ oder „Hufi“, die Hufeisennase, noch schlafen, gilt je nach Winter- witterung für den
6-monatigen Winterschlaf bis ca. Mitte April.
Ihre Schlafstätten liegen in Höhlen , Bergwerksstollen und alten Bunkern, wie es sie auch in unserer Region z.B. in Wiltingen und
Oberemmel gibt. In dieser Zeit lassen sich die Bestände am besten kontrollieren, von Fledermausexperten wie
Manfred Weishaar.
Während seiner ehrenamtlichen Arbeit in rund 30 Jahren sind die Populationen zwar leicht gewachsen, von Arten wie der
Hufeisennase gibt es dennoch in Deutschland nur ca. 100 Exemplare, die Hälfte davon in unserer Grenzregion zu
Luxemburg und Frankreich.
Eine Ansammlung (Cluster) von Mausohr-Fledermäusen in einer Felsspalte
© NABU Deutschland
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In den 70-er Jahren gingen die Fledermausbestände dramatisch zurück, einige Arten waren kurz vor dem Aussterben.
Flächenbereinigungen, Ausräumung der Landschaft unde der Verlust von natürlichen Feuchtgebieten reduzierten
das Nahrungsangebot, nachtaktive Insekten.
Viele Fledermaus-Quartiere wurden zerstört, indem höhlenreiche Altbäume entfernt, Dachböden ausgebaut
und Hohlräume ausgeschäumt wurden. Alte Bergwerks- stollen und Keller wurden zugeschüttet.
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Die Kleine Hufeisennase im Flug
© NABU, K. Bogon
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Zur Erholung der Fledermaus-Populationen haben Maßnahmen wie das Anbringen von Schutzgittern vor den Stolleneingängen
und die Ausweisung von Schutzgebieten beigetragen, in denen auch Altholzbestände erhalten bleiben.
Wissenschaftliche Untersuchungen und Öffentlichkeitsarbeit von Naturschützern wie Manfred Weishaar haben auch in
der Land- und Forstwirtschaft zur Einsicht und Verringerung von Insektiziden beigetragen.
Aber auch jeder Gartenbesitzer kann die positive Entwicklung unterstützen: er kann Nisthilfen anbringen und einen
naturnahen Garten mit heimischen Sträuchern und Stauden sowie nachtblühenden Pflanzen (Rote Lichtnelke,
Nachtkerze, Nachtviole) anpflanzen.
Steinkauzschutz
...für kauzige Gesellen
Bei den Griechen galt die Eule als Vogel der Weisheit, bei uns geriet sie im Mittel- alter als „Unglücksvogel“
in Verruf.
Diese zweifelhafte Popularität hängt auch der Klein-Eule, dem Steinkauz, an. „Wenn das Käuzchen dreimal ruft,
stirbt ein Mensch“. Eine Erklärung ist: „Wenn ein Mensch im Sterben lag, wurd eine Kerze ans Fenster gestellt.
Durch das Licht wurden Insekten und dadurch auch der sie jagende Steinkauz angelockt; sein charakteris- tischer Ruf trug dann
zur Legende als Todesvogel bei“.
Ein Steinkauz im Saargau wird beringt.
Das Foto ent- stand 2006.
© NABU
Michael Hahn
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Heute ist der Steinkauz selbst vom Aussterben bedroht. Ursache ist der Verlust seines Lebensraums: offenes, spärlich
bewaldetes Gelände, Kopfweidenbestände und Gärten mit alten Bäumen, in denen er Bruthöhlen
und Tagesverstecke findet. Auch Streuobstwiesen bieten ihm gute Lebensbedingungen, falls er genügend Nahrung wie Feldmäuse
oder kleine Reptilien oder Amphibien findet.
Im Mai 2006 stellte Siegfried Schuch, Vorsitzer des NABU Rheinland-Pfalz, in Mannebach das seit 1997 laufende
Artenschutzprogramm vor. Im Saargau, wo geeigneter Lebensraum durch günstiges Klima, Streuobstwiesen und ein
ausreich- endes Nahrungsangebot existiert, werden seither Niströhren aufgehängt und ge- pflegt und die
Tierbestände erfasst. 2006 wurden im Saargau rund sechs Brut- paare gezählt.
Eulenschutz
...die lautlosen Jäger
In unserem Gebiet - vor allem im Raum Saarburg - kümmern wir uns um einen mittelgroßen Vertreter der
einheimischen Eulen: Die Schleiereule.
Die Schleiereule besiedelt als strenger Kulturfolger fast ausschließlich die offene Kulturlandschaft mit dörflichen
Strukturen. Eine Tatsache, die sie sehr stark von menschlichen Umwelteinflüssen abhängig macht. Es ist demnach auch
nicht verwunderlich, dass der NABU die Schleiereule bereits im Jahre 1977 zum Vogel des Jahres kürte.
Unverkennbar: Eine Schleiereule
© NABU Deutschland
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Der NABU Region Trier betreut seit einigen Jahren ca. 25 Quartiere. Das Projekt wurde von
Martin Pütz initiiert,
der sich zum Ziel gesetzt hat, den Erhalt dieser Eulen- art nachhaltig zu sichern. Als weiterer Ansprechpartner dient
Stefan Knies, der seit einiger Zeit Martin in seinen
Aktivitäten unterstützt.
Mehr über unsere Aktivitäten zum Schleiereulenschutz erfahren Sie hier.
Biberschutz
...im Wiltinger Saarbogen und anderswo
Seit etwa 100 Jahren war der Biber deutschlandweit durch die Jagd ausgerottet. Die heute nach der
Bundesartenschutzverordnung und der Habitatrichtlinie der EU streng geschützte Art hat sich jedoch durch viele
Wiederansiedlungsprojekte vieler- orts wieder erholt. In Rheinland-Pfalz wurden Biber nicht gezielt ausgesetzt, aber
im Saarland, in Nordrhein-Westfalen, im Elsass usw. Dadurch kann der Biber ohne große Mühe von selbst durch einige
Flüsse nach Rheinland-Pfalz einwandern.
So ist er 2007 schließlich auch über die Saar in den Wiltinger Saarbogen gekom- men. Im Herbst 2007 wurden das erste
Mal sicher seine Spuren nachgewiesen. Im Februar 2008 fand daher in Wiltingen eine Biber-Informationsveranstaltung
mit der Kreisverwaltung Trier-Saarburg und dem Biberzentrum Wappenschmiede statt, in der Interessierte über den Biber
und seine Verhaltensweisen von Experten aufge- klärt wurden. (lesen Sie
hier den dazu erschienen Artikel des Trierischen Volks- freunds, © Trierischer Volksfreund 2008).
Kein Biberbild, denn die Chance, einen Biber bei der Arbeit zu beobachten, ist gleich Null
© Kreisverwaltung Trier-Saarburg
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Der NABU hat anschließend, im März und April 2008, insg. 4 Tage in der Grund- schule und der Förderschule
in Wiltingen Lehrstunden über den Biber gehalten.
Weitere Aktivitäten und (Ein)Wanderungen der Biberfamilien im Landkreis Trier-Saarburg werden vom NABU beobachtet,
um die Rückkehr des Bibers in unsere Region reguliert und konfliktlos abzuwickeln.
Vogelmonitoring und -beringung
...im Rahmen des Integrierten Monitorings für Singvögel (IMS)
Die Situation der Vogelwelt Mitteleuropas ist heute geprägt von Bestandsrück- gängen zahlreicher Arten, wohingegen
andere Arten in ihren Beständen zunehmen. Um wirksame Schutzmaßnahmen ergreifen zu können ist es unverzichtbar zu
wissen, in welchem Ausmaß die Populationen abnehmen und wo die Gefährdungs- faktoren liegen. Ein Projekt zur Erfassung
solcher Bestandsschwankungen ist das Integrierte Monitoring für Singvögel (IMS).
Seit 2007 betreibt die Abteilung Biogeographie der Universität Trier einen IMS-Standort im Trierer Brettenbachtal.
Seit 2009 wird dieses wichtige Monitoringprojekt finanziell durch den NABU Region Trier unterstützt.
Die Goldammer (Emberiza citrinella) zeigt gegenwärtig einen leichten Bestands- rückgang.
© 2011, Sönke Twietmeyer
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Jeder Vogel bekommt einen Ring der Vogelwarte Radolfzell mit einer individuellen Ringnummer.
© 2011, Sönke Twietmeyer
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Ins Leben gerufen wurde das IMS 1999 von den drei deutschen Vogelwarten Radolfzell, Helgoland und Hiddensee und dem
Dachverband Deutscher Avi- faunisten (DDA). Nach dem Vorbild der in Großbritannien und anderen Ländern etablierten
sogenannten Constant Effort Sites (CES) werden im Rahmen dieses Programms nach einer standardisierten Methode in ganz
Deutschland während der Brutzeit langfristige Daten zur Bestandsdynamik von Singvogelarten erhoben.
Über einen
Zeitraum von mindestens 5 Jahren werden zwischen Mai und August an 12 Terminen mit so genannten Japannetzen jeweils
ab Sonnenaufgang 6 Stunden lang Singvögel gefangen, beringt, vermessen und anschließend direkt wieder frei gelassen.
Basierend auf diesen Freilanddaten sollen wichtige Populations- parameter wie Reproduktionserfolg, Überlebensrate oder
Lebensalter berechnet werden, um die Ursachen von großräumigen Bestandsrückgängen oder Zunahmen in
Singvogelpopulationen verstehen zu können.
Übrigens: Der nächste Termin des Ornithologentreffens ist Freitag, 9.3.2012, 19 Uhr im Hotel Kockelsberg, Trier.
Ansprechpartner: Dr. Ortwin Elle (elle@uni-trier.de)
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