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Naturschutz in Ruanda
NABU-Projekt zum Schutz des Nyungwe-Nationalparks
Auf dieser Seite finden Sie eine Vorstellung des gemeinsamen Projektvorhabens der Verbände Naturschutzbund (NABU)
Region Trier und Association pour la Conservation de la Nature au Rwanda (ACNR).
Kooperation zwischen NABU und ACNR
Im Sommer 2006 unterzeichnete der Vereinesvorsitzende des ACNR Prof. Charles Ntaganda in der ruandischen Hauptstadt
Kigali die Kooperationsvereinbarung mit dem NABU zum Erhalt des Nyungwe-Waldes im Rahmen der ruandisch-rheinland-pfälzischen
Länderpartnerschaft. Der Nyungwe Nationalpark liegt im Südwesten Ruandas. Trotz seiner biologischen Bedeutung ist der Wald
vielfältigem Druck ausgesetzt: Wilderei, Waldbrände und Abholzung zu landwirtschaftlichen Zwecken wirken sich negativ aus.
Der drei Jahre nach dem Völkermord 1997 wiedergegründete Verein für die Er- haltung der Natur Ruandas (ACNR) ist unabhängig
organisiert, arbeitet mit lokalen Initiativen zusammen und ist - wie der NABU - Mitglied im weltweiten Bird-Life-Netzwerk.
Der Geschäftsführer des ACNR.
© NABU/ACNR
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Die Wälder, die früher große Flächen Ruandas bedeckten, sind teilweise leider zerstört worden. Gebirgswälder liegen
im westlichen Teil des Landes auf 1700 bis 3000 m Höhe. Von diesem Vegetationstyp findet man heute nur noch einige
Rest- bestände. Das größte Gebiet stellt der Nyungwe-Nebelwald dar. Dessen Biodiver- sität ist beachtlich. Dort leben 75
Säugetier-, 175 Vogel-, 120 Schmetterlings- und mehr als 100 Orchideenarten. Viele davon sind endemisch, d.h. dass
sie aus- schließlich in diesem Gebiet vorkommen. Unter den Säugetieren sind 13 Primaten vertreten, darunter Schimpansen
und Colobus-Affen.
Die Projektziele
Das Engagement des NABU konzentriert sich auf die Region des Nyungwe-Waldes. Durch Umwelterziehung und nachhaltige
Nutzung soll das gemeinsame Projekt helfen, Ressourcen zu bewahren und Armut zu reduzieren. Dafür werden wir die
lokalen Naturvereine im Bereich des Nebelwaldes bei ihrer Arbeit unterstützen und die Gründung neuer Vereine fördern.
Durch Ausbau der Bienenzucht und Beratung hinsichtlich der Pflanzung und Nutzung von Heilpflanzen streben wir einen
beschei- denen Beitrag zur Verbesserung der Einkommens- und Gesundheitslage in der Region an.
Es bestehen bereits zwei Naturschutzinitiativen, die im Nyungwe-Wald aktiv sind, „Club de Banda“ und „Club de Yove“.
Diese Vereine wurden vom ACNR gegründet. Unsere finanzielle und materielle Unterstützung wird es ihnen ermöglichen,
regelmäßig Veranstaltungen zur Sensibilisierung der Bevölkerung bezüglich der Notwendigkeit der Erhaltung des
Nebelwaldes durchzuführen. Um eine adäquate Organisation zu gewährleisten wird unser Partnerverein ein
Ausbildungsprogramm für Naturführer entwickeln, in dessen Rahmen praktische Schutzmaßnahmen vermittelt werden.
Insbesondere im Süden des Waldes werden sich NABU und ACNR darüber hinaus um die Gründung neuer lokaler Initiativen
bemühen.
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Nyungwe-Nationalpark im Nebel.
© NABU/ACNR
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Eine große Bedrohung des Waldes stellen von Honigsammlern provozierte Brände dar. Eine Möglichkeit dagegen vorzugehen
ist die Etablierung der Bienenzucht in Waldrandlage - inklusive einer entsprechenden Ausbildung in der Honigerzeugung.
Dafür werden wir eine kleine lokale Betriebsstätte aufbauen, Material zur Verfügung stellen und versuchen in Ruanda
und ggf. Rheinland-Pfalz einen Markt für den Verkauf aufzubauen.
Da die Bevölkerung mehrheitlich nicht in der Lage ist, moderne Medikamente zu bezahlen, werden im Wald große Mengen
an Heilkräutern gesammelt mit der Folge, dass vermehrt Schäden auftreten und das natürliche Gleichgewicht leidet.
Die Betreuung und Beratung der traditionellen Ärzte (dies stellt in Ruanda einen anerkannt seriösen Beruf dar)
hinsichtlich der Felderaufzucht bestimmter Pflanzen könnte diesbezüglich den Druck auf den Nationalpark verringern.
Geplant ist die Gründung einer Vereinigung dieser Berufsgruppe. Anschließend sollen in Verhandlungen mit den
staatlichen Stellen ein kontrolliertes Sammeln erlaubt werden. Entscheidend wird es jedoch sein, die Bevölkerung bei
der Gewinnung von Saatgut zu unterstützen und die Heilpflanzen erfolgreich in den privaten Gärten zu kultivieren.
Außerdem planen wir die Überführung der gespendeten Ferngläser und Spektive.
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